Ritalin – Hirndoping für Studium und Job
Der Druck im Studium und im Job wird für viele immer größer. Mehr und länger büffeln heißt da oftmals die Devise. Die „Leistungsdroge“ Ritalin ist für einige Arbeitstiere die vermeintliche Lösung. Mit dem Medikament kann man lange arbeiten und danach auch lange bei der WG- oder After-Work Party bleiben – zumindest glauben das viele.
„Unter Druck lerne ich am besten! Dann muss ich eben die Nacht durchmachen.”
Diese Aussage kennen wir alle. Entweder waren wir selbst schon einmal in der Lage oder unser Kollege vom Schreibtisch nebenan oder der Kommilitone drei Tage vor Abgabe der Hausarbeit. Es fängt mit einer Aufgabe im Job oder einem nahenden Abgabetermin an. Die Deadline ist noch weit weg und man will ja auch ein bisschen Spaß mit den Freunden oder der Familie haben. Und der Haushalt muss ja auch noch erledigt werden. Was tun, wenn man auf einmal noch viele Nächte voller Arbeit vor sich hat?Eine Möglichkeit ist, sich auf die Segnungen der stets hilfsbereiten Pharmaindustrie zu verlassen. Das Medikament Ritalin wird in manchen Fällen zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bei Kindern eingesetzt. Aber auch Erwachsene greifen zu dem Wundermittel, da der Druck in vielen Jobs immer höher wird.
Wie funktioniert diese Wunderdroge?
Hinter Ritalin steckt das Präparat Methylphenidat, das anregend und belebend wirkt. Müdigkeit und Muskelschmerzen werden kurzfristig nicht wahrgenommen und die körperliche Leistungsfähigkeit wird gesteigert. Kurzfristig. Im Gegensatz zu Aufputschmitteln wie Amphetaminen steigert Ritalin aber auch die Konzentration erheblich. Nach einem Beitrag im Nature Neuroscience sollen Wissenschaftler vom Gallo Center an der University of California anhand von Tierversuchen herausgefunden haben, dass Ritalin neben der Konzentrationsfähigkeit auch direkt das Lernen verbessern kann. Jedoch betonen Wissenschaftler, dass eine Auswirkung auf gesunde Menschen aufgrund mangelnder Erfahrungen und Studien nicht feststellbar ist. Deswegen ist Ritalin in Deutschland auch gar nicht im freien Handel erhältlich. Es unterliegt der Verschreibungspflicht.
Gesundheitliche Risiken durch Ritalin
Die Gefahr für die eigene Gesundheit durch die Einnahme von Medikamenten wie Ritalin wird bei Druck im Job oder im Studium viel zu oft unterschätzt. 80 oder 100 Stunden in der Woche arbeiten ist aber keineswegs normal, geschweige denn gut für den menschlichen Körper. Wenn man doch zu Medikamenten greift, die eine solche Leistungsfähigkeit ermöglichen, sollten unbedingt die Risiken und Nebenwirkungen beachtet und ein Arzt oder Apotheker dazu befragt werden. Neben körperlichen Nebenwirkungen treten vor allem psychische und neurologische Nebenwirkungen mit dem Konsum von Methylphenidat auf. Das können unter Umständen gewollte Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit sein, aber auch ungewollte und eventuell gefährliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Aggressionen, Muskelzuckungen, Depressionen oder Fieber. Oft herrscht der Irrglaube: Was ADHS- Kinder schlucken, kann mir doch nicht schaden. Irrtum: Der Mensch kann nicht dauerhaft Spitzenleistungen abliefern. Schlaf und Erholung sind ebenso so wichtig für unseren Organismus wie Atmen und Trinken. Nur weil ein Wirkstoff Warnsignale wie Müdigkeit ausschaltet, heißt das nicht, dass der Körper nicht müde ist.
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